Die Kinder vom Chimborazo

IMG_5893IMG_5740IMG_5752Stolz crosst der Junge mit seinem Bike über den vom Dauerregen der vergangenen Tage aufgeweichten Grund. Er stoppt, posiert für die Fotografin.  Ein paar Schritte weiter stopft ein kleiner Macho mit Cowboyhut die Bonbons, die ich ihm anbiete, achtlos in die Hosentasche und fordert, ich solle ihm meine Kompaktkamera schenken. Bis zum Ende der kleinen Siedlung heftet er sich wie ein Schatten an meine Fersen. „Dame la camera!“ Oder das Handy. Oder noch besser: beide. Ich bin schließlich reich. Wäre ich sonst in sein Land geflogen gekommen, nur um zwischen all den Vulkanen herumzuwandern? Dem Cotopaxi, der einen Wolkenstriptease hinlegte, der einer Nachtclubtänzerin zur Ehre gereicht hätte, dem ewig aktiven Tungurahua gleich hinter unserer Herberge und jetzt dem höchsten von allen: dem Chimborazo.

IMG_5845Mitten in der Steppe warten ein paar Mädchen mit ihren Müttern und Tanten geduldig darauf, uns selbst gehäkelte Täschchen zu verkaufen. Und Cristian, dessen Augen schon so viel gesehen zu haben scheinen, dass man darin versinken könnte… – Mehr als zwei Jahre sind seit diesen Begegnungen vergangen. Endlich habe ich es geschafft, die alten Bilder zu sortieren. Das Hamburger Schmuddelwetter hat auch sein Gutes, man glaubt es kaum. Sich zu erinnern, dass es auch andernorts gelegentlich viel zu nass ist für die Jahreszeit, ist sogar irgendwie tröstlich.

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5 Kommentare zu “Die Kinder vom Chimborazo

  1. Feine Fotografien! Macht sofort Lust auf mehr.
    Die Herberge in der Nähe von Mutter Tungurahua? La hacienda Abraspungo en Riobamba? Eine Rundreise auf den Spuren Alexander von Humboldts gar? Wenn der Coto sich entwölkt kann man schon ins Bewunderstaunen kommen… La hacienda la Cienega ///
    Ich habe ziemlich viele Fotografien verloren, zwischendurch auch zwei, drei Jahre überhaupt keine Kamera in die Hand genommen dort (aber das ist eine andere Geschichte)
    So, jetzt muss ich mal anfangen, meinen Rucksack zu packen. Und das Geraffel schielt schon neidisch zum Kleinstgeraffel 😉
    Nachmittäglichsonnigheisse Grüsse vom Schwarzen Berg

    • Gracias!
      Alexander von Humboldt war oft nah, nicht nur in der Hacienda de Cienega. Aber der Tungurahua war noch näher, mit Bett gleich im Patate-Tal. 😉
      Ich hoffe, die verlorenen Bilder sind im Herzen erhalten geblieben! „…zwei, drei Jahre überhaupt keine Kamera in die Hand genommen d o r t“: Heißt das, du warst jahrelang in Ecuador? Spannend!
      Jetzt aber erstmal Glückauf für den nächsten Berg und beste Grüße, auch ans Kleinstgeraffel!

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