Zum Davonlaufen

P1070314

Das Bild ist kürzlich in einem Fotokurs entstanden. Auf einem Streifzug durch die Innenstadt sollten wir dem „Rhythmus der Stadt“ nachspüren, Bewegung und Ruhe im Bild festhalten, mit langen Belichtungszeiten und verwischten Strukturen arbeiten, mal mit Stativ, mal aus der Hand und gern auch „aus der Hüfte“ fotografieren. – Was es zu diesem Bild zu sagen gibt? Mir wurde einmal mehr die Bedeutung des richtigen Moments bewusst. Und dass eine Viertelsekunde verdammt lang sein kann, wenn man sie in der Hand hält… Ich mag das Bild, unperfekt wie es ist. Schon wegen des Turbo. Mit dem kann man dem ollen Grau, das den bisher recht goldenen November abgelöst hat, richtig gut davonlaufen.

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5 Kommentare zu “Zum Davonlaufen

  1. Liebe Maren,
    ich finde das Bild toll. Interessant ist wie sich an der Person die Übergänge von scharf zu unscharf manifestieren. Die Person geht in den Hintergrund über, mir gelingt das gerade nicht besser auszudrücken, aber damit spricht das Bild für mich Bewegung auf den beiden Ebenen Stil und Abbild an – und dennoch bleibt die Person im Mittelpunkt, well, sie bleibt klar, könnte man im übertragenen Sinn dort hineinlesen.
    Naja, ich find`s gut.
    Liebe Grüße nach Hamburg und schönes Wochenende
    Klausbernd

    • Lieber Klausbernd,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar! Ich gestehe, dass die Person in der Lederjacke sich eigentlich schärfer vom Hintergrund absetzen sollte. Vermutlich war die gewählte Belichtungszeit dafür zu lang. Gleichzeitig war ich überrascht zu sehen, dass das Absetzen in der Tiefenwirkung durchaus geklappt hat. Geht das in Richtung deiner Gedanken zu Schärfe, Unschärfe und Klarheit? Später am Computer habe ich mich dann über die klassische Regel hinweggesetzt, dass in Blickrichtung einer Person mehr Platz sein soll als hinter ihr und dabei gleichzeitig die Gestalt ganz links extrem an-, um nicht zu sagen: abgeschnitten (ursprünglich war das Foto ein Querformat mit noch ein paar Figuren links), um die Bewegung zu verstärken. Und gerade eben las ich, dass Edgar Degas 1875 denselben Effekt beim Malen seines Bildes „Place de la Concorde“ eingesetzt hat. „Décadrage“ nennt sich das. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. 😉
      Dir einen schönen Sonntag und liebe Grüße ins kleine Dorf am großen Meer!

  2. Sehr spannend zu sehen und lesen. Ich find das Foto auch toll, Maren. Eine Kunst, die ich bisher nicht beherrsche, aber bewundere.

    Liebe Grüße
    Marion

    • Das freut mich aber sehr, liebe Marion – vielen Dank für dein Interesse! Falls du auch mal spielen willst: Dem Herrn in der braunen Jacke bin ich einfach mit einem kühnen Kameraschwenk gefolgt. Herzliche Grüße und noch einen schönen Tag!

      • Haha, das stell ich mir lustig vor… 🙂

        Nun, ich fotografiere mit einer sogenannten Bridgekamera, d.h. selbst einstellen von Belichtungszeiten etc. ist nicht. Dafür liefert sie aber recht brauchbare Ergebnisse.

        Danke, dir auch noch einen schönen Tag!

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