Sturmgeflutet

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Heute Nachmittag im Hamburger Hafen.  In den Wasserlachen auf dem Dach des Ausflugsboots „Klein Erna“ an den Landungsbrücken spiegelt sich die Sonne, die für einen Moment durch dichte Regen- und Schneewolken bricht. Das U-Boot am St. Pauli Fischmarkt scheint an diesem Freitag besonders tief im Fluss zu liegen.

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Orkan Xaver hat sich mittlerweile deutlich beruhigt, nicht aber die Elbe. Weil der Wind konstant aus Nordwest weht, kann das Wasser bei Ebbe nicht ordentlich abfließen. So wird die Stadt am frühen Abend von der dritten Sturmflutwelle in Folge getroffen. Sie fällt zum Glück schwächer aus als befürchtet. Noch am Morgen waren knapp vier Meter über dem Mittleren Hochwasser (gut sechs Meter über Normalnull) gemessen worden. Das ist ähnlich hoch wie bei der verheerenden Flut im Februar 1962. Damals waren die Deiche allerdings noch deutlich niedriger und weniger stabil als heute.

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Rund um die Fischauktionshalle stehen noch die letzten Pfützen, der Elbschlamm auf dem Pflaster ist noch feucht, als der Fluss  erneut Besitz vom Fischmarkt und der Großen Elbstraße ergreift. Unglaublich, wie schnell das geht: Wo man eben noch trockenen Fußes entlangspazieren konnte, steht das Wasser nur Augenblicke später bereits knöchelhoch.

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Ein paar Sehleute patschen durch die Fluten. Meter um Meter weichen sie zurück.

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6 Kommentare zu “Sturmgeflutet

  1. Wir hatten alle auch Glück. Und zum ersten Mal wurden auch die Fluttore an den Landungsbrücken geschlossen. Die Meteorologen haben richtig vorhergesagt und die Rettungskräfte waren gut vorbereitet und schnell vor Ort. Auch wenn es zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich ist, dass Stürme über unsere Köpfe hinweg fegen, waren „Christian“ und „Xaver“ schon teils recht heftig. Hoffen wir nun auf eine Wetterberuhigung und auf ein paar ruhigere Tage.
    Herzliche Grüße in die Nachbarschaft
    Stefan

    • Hallo Stefan,
      ja, wir hatten Glück. Und die Menschen waren vorgewarnt und die Rettungskräfte gut vorbereitet. Mir scheint, da hat es auch einen Lernprozess zwischen Christian und Xaver gegeben. Ich selbst verspüre immer wieder tiefen Respekt im Angesicht der Natur. Mitten in der Großstadt muss man dafür manchmal auf den Fischmarkt gehen.
      Auch dir einen herzlichen Gruß!

  2. Hallo Maren,
    wow, ich las es bereits beim Stefan, euch hat es ja auch mächtig getroffen. Wir hatten exakt die gleichen Verhältnisse wie ihr, dass drei Fluten hintereinander bei einer sowieso schon bes. hohen Flut nicht bei Ebbe abflossen wegen des NE-Sturms. Aber wir sind auch glimpflich davon gekommen. Aber um mein Haus herum steht noch alles unter Wasser, das dauert Tage, bis es abgeflossen ist.
    Aber gut, dass du und Stefan alles gut überstanden habt.
    Ich habe nur noch ein paasr Minuten Strom vom Dieselaggregat meines Nachbarn, deswegen Moin, Moin, halte dich trocken
    Klausbernd

    • Moin, Klausbernd,
      ja, die Flutwellen, die „Xaver“ in die hafennahen Stadtteile spülte, waren schon heftig, besonders die zweite, aber die Schäden halten sich zum Glück in Grenzen. Dat har veel leger warn kunt, wie der Plattdeutsche mit etwas Understatement sagen würde: Das hätte schlimmer kommen können. Ich hoffe sehr, dass auch ihr bald wieder Strom habt und das Wasser rasch abfließt, so dass Cley zu seiner Lage „next the sea“ zurückkehrt, aber nicht mehr halb darin steckt! Die gute Gemeinschaft im Dorf, von der du auf deinem Blog schreibst, ist jedenfalls eine schöne Begleiterscheinung solch entfesselter Naturgewalten. Ich selbst denke noch heute gern an diesen Aspekt der Schneekatastrophe 1978/79 hier in Norddeutschland zurück. Und gestern beschenkten mich bei ausgedehnten Bahnfahrten in und um Hamburg immer wieder Fremde mit ihren ganz persönlichen Flutgeschichten und Erinnerungen an 1962, 1976…

    • Thank you for your ongoing interest despite the language issue! I really appreciate that. The photos were taken after the hurricane „Xaver“ that swept across Northern Europe a couple of days ago had already calmed down significantly but kept pushing the incoming tide towards Hamburg and flooding the fish market and other parts of the harbour.

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