Am Wasser zuhause

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Weihnachtsbesuch in der Kleinstadt. In dem backsteinernen Gebäude an der Stirnseite habe ich vor Urzeiten mein journalistisches Volontariat absolviert. Gleich dahinter lag meine erste eigene „Bude“, ein möbliertes Zimmer über einer Wäscherei. So fühlte sich damals Heimat an. Ohne die weihnachtliche Deko natürlich.

Und heute? Stellt sich dieses Gefühl von Zuhause am verlässlichsten ein, wenn ich mit der Bahn aus Richtung Süden kommend zwischen Außenalster und Binnenalster hindurchfahre. Der Hamburger Hauptbahnhopf liegt hinter mir, gleich werde ich am Dammtor aussteigen. Und vorher das immer gleiche Ritual: ein langer weiter Blick nach rechts über die Außenalster, dann noch ein schneller nach links, bevor das Rathaus nicht mehr zu sehen ist, Sachen zusammenraffen und raus.

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Neulich erzählte ich jemandem von diesem spezifischen Kennedy-und-Lombardsbrücken-Gefühl. Ja, sagte der nur. Und eine ganze Weile später: Er hätte sich auch schon gefragt, ob diejenigen, die am Hauptbahnhof aussteigen, wohl überhaupt in Hamburg ankommen…

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6 Kommentare zu “Am Wasser zuhause

  1. Wie schön formuliert zu den absolut tollen Fotos…das kann ich übrigens gut nachfühlen: Ein bestimmter Anblick und bei mir stellt sich auch so etwas wie Heimatgefühl ein. Meine Volontariatsbunde war übrigens auf einem Bauernhof…das war eher unheim(at)lich für mich als Kleinstadtkind ohne landwirtschaftliche Wurzeln (beide Bauernsöhne unverheiratet und die Mutter legte sich für ihre „Buben“ schwer ins Zeug 🙂 )

    • Oh, vielen Dank für die Blumen… und fürs Teilen deiner unheim(at)lichen Erinnerungen! Ich musste ordentlich schmunzeln, obwohl die Geschichte live sicher weniger lustig war. Da hatte ich es offenbar leichter in den seligen Volontärszeiten: andauernd verliebt, aber aus eigenem Antrieb. 😉 So, und nun schau ich noch mal schnell, was sich über Weihnachten sonst so getan hat in der Blogosphäre…

      • Nein, nein, die Geschichte war auch live nicht so schlimm. Ich hab einfach den Eisbrecher gespielt: Schotten dicht und mitten durch. PS: Der Hamburger Bahnhof hat aber auch irgendetwas – da kommt man sogar gerne mit dem Zug an.

  2. Großartiger Himmel. Du hast das so schön beschrieben und die Fotos sind toll, geschmückt mit persönlichen Eindrücken aus deinem Leben, ein Genuss.

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