In seiner Ordnung

P1020385Ich habe den alten Mann nie kennengelernt. Er ist auch schon lange tot. Vor ein paar Tagen war ich in dem Haus, das auch sein Haus war und in dem jetzt niemand mehr wohnt. Das Haus ist irgendein 50er-Jahre-Reihenhaus. Bis auf den Keller. Der Keller war das Reich des alten Mannes. Er ist es bis heute.

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23 Kommentare zu “In seiner Ordnung

  1. Das Reich des alten Mannes…solche Keller kenne ich auch, da ziehen sie sich zurück, da werkeln-meditieren sie. Und den hinterlassen sie in ihrer ganz eigenen Ordnung. Was für ein schön-melancholischer Beitrag, liebe Maren!

  2. Das gefällt mir sehr, dass du das dokumentiert hast! Es hört sich so dahingesagt an – aber es ist ja doch tatsächlich ein „ganzes Leben“, das darin steckt und das nun nicht mehr so ganz „untergehen“ kann. Schön. Irgendwie.

  3. Der Freischaffende braucht Ordnung in seinem freien Spiel. Diese Ordnung spiegelt in deinen Bildern auch eine Kreativität, von der ich vermute, dass sie der alte Mann besaß. Berührend.

    Liebe Grüße

    Achim

    • Als ich eine Weile vor dem Brett mit den Werkzeugen stand, dachte ich, das könnte ich mir ohne Weiteres an Stelle eines Gemäldes an der Wand vorstellen. Auch Gartengeräte kann man ja so oder so aufhängen. Ja, ich vermute auch, dass der alte Mann Kreativität besaß. Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße zurück!

    • Braucht der kreativ Tätige Ordnung oder Chaos um sich herum? Eine Streitfrage, die wohl so alt ist wie die Menschheit. Ich selbst bevorzuge die Ordnung, sogar eine gewisse räumliche Leere und dazu einen möglichst weiten Blick nach draußen.

    • Das scheinbar Paradoxe am Chaos ist das ihm zugrundeliegende höhere Ordnungsprinzip, welches jedoch, das ist zu konzedieren, nicht immer bekannt ist 🙂 Bei nahezu identischen Ausgangsbedingungen, deren Ordnungscharakter nicht von der Hand zu weisen ist, kann es zu nicht vorhersagbaren systemischen Verhaltensformen kommen. Chaos und Ordnung sind insofern auch im Bereich kreativer Schaffensprozesse keine sich unbedingt ausschließenden Aggregatszustände.

  4. Wer dieses kennen würde, braucht sich beispielsweise auch nicht mehr mit der Theorie des Urknalls abzufinden, die aktuell immer noch plausibelste Erklärung der Entstehung des Universums. Auch wenn es bislang keine beschreibende Theorie gibt für den Zeitraum, der sich über ein mehrfaches der Plankzeit von 5,391·10 hoch minus 44 Sekunden nach dem Urknall erstreckt. Ein paar Geheimnisse darf es meinetwegen noch geben.

    • Von einem Tohowabohu kann man nicht sprechen. Siehe meinen Kommentar unten, den ich eigentlich direkt als Antwort auf deinen Einlass schreiben wollte. Eigentlich ist die Schöpfung selbst das Tohowabohu und ihre Ausgang oder Ursprung ist eine sog. Singularität mit gegen unendlich gehender Energiedichte. Vielleicht kann man laienhaft hier von einer überdehnten Ordnung sprechen, bevor sie aus den Fugen geriet.

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