Sommerabendlich(t)

P1030802An dem Bache zirpt die Grille,
Und es regt sich in dem Wasser,
Und der Wandrer hört ein Plätschern
Und ein Atmen in der Stille.

P1030806Dorten an dem Bach alleine,
Badet sich die schöne Elfe;
Arm und Nacken, weiß und lieblich,
Schimmern in dem Mondenscheine.

Aus: Heinrich Heine „Dämmernd liegt der Sommerabend“

P1030812Bis zum Mondenscheine war es noch ein Weilchen hin, als ich den Alsterwanderweg entlang radelte, aber schöne Elfen und sogar ein elfengleicher Hund zeigten sich auch schon zur blauen Stunde.

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10 Kommentare zu “Sommerabendlich(t)

    • Ich hoffe, du hast / kennst auch das ein oder andere Alltagsparadies bei dir in der Nähe, Birgit! Man kann ja nicht immer in die Ferne schweifen, wenn man mal an Elfenmutters Busen will…

      • Klar doch, und die schwebenden Elfen und wassertanzenden Undinen… Nicht zu vergessen auch die unzähligen Irrlichter, die einem vom Wege ablenken wollen hin zum „Bäcker“ zwischen den Teichen;-)
        ~~~~~~~~~~~~~~~~~~

  1. Wie schön: Licht und Schatten und Heine, der alte Elfenbewunderer. Die Bilder sehen richtig nach Sommer aus, grün und blau und unbestrumpfte Kinder im Wasser.
    Viele Grüße, Claudia

    • Liebe Claudia, ich habe keine Ahnung, warum mir beim Lesen deines Kommentars spontan dieses Gedicht aus Heines Lyrischem Intermezzo in den Sinn kommt. Aber man muss ja nicht alles verstehen… Und ab die Post mit Sommergruß!

      Sie saßen und tranken am Teetisch,
      Und sprachen von Liebe viel.
      Die Herren waren ästhetisch,
      Die Damen von zartem Gefühl.

      Die Liebe muß sein platonisch,
      Der dürre Hofrat sprach.
      Die Hofrätin lächelt ironisch,
      Und dennoch seufzet sie: Ach!

      Der Domherr öffnet den Mund weit:
      Die Liebe sei nicht zu roh,
      Sie schadet sonst der Gesundheit.
      Das Fräulein lispelt: Wie so?

      Die Gräfin spricht wehmütig:
      Die Liebe ist eine Passion!
      Und präsentieret gütig
      Die Tasse dem Herrn Baron.

      Am Tische war noch ein Plätzchen;
      Mein Liebchen, da hast du gefehlt.
      Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
      Von deiner Liebe erzählt.

      • Wie schön! Ja, da muss Du wohl noch einmal Dein Unbewusstes befragen, warum Dir jetzt dieses Heine-Gedicht eingefallen ist… Jedenfalls schätze ich Heine immer für seine so deutlichen Worte, er durchschaut eben immer das ganze Getue der wohlgesitteten, gutbürgerlich heuchlerischen Menschen um sich – und ist den Sinnen eben sehr zugetan. Gut so!
        Viele Grüße, Claudia

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