Menschen am Meer

P1040792Freundin W. hatte mit ihren Urlaubsfotos aus Island, man kann das nicht anders sagen, Pawlowsche Reflexe bei uns ausgelöst, die spontan nach wenigstens ansatzweiser Befriedigung lechzten. Im gerade noch Tagesausflug-tauglichen Umkreis um Hamburg fiel mir nur St. Peter-Ording (kurz: SPO) ein. Der Ort selbst ist ziemlich hässlich, aber er liegt toll: am äußersten Ende der Halbinsel Eiderstedt, die sich weit ins Schleswig-Holsteinische Wattenmeer schiebt. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: SPO kommt mir eigentlich immer in den Sinn, wenn die Sehnsucht nach Meer und Weite im Alltag allzu groß wird. Und ich bin noch nie enttäuscht worden.

Andere suchten ebenfalls:

P1040799Strandkrabben zum Beispiel. „Mama, guck mal, die Riesengarnele trägt einen Seestern auf dem Rücken!“ Vor lauter Begeisterung vergaß ich zu fotografieren und schaute gemeinsam mit der Kleinfamilie zu, wie sich die Wunderkrabbe samt Reiter in den Schlick grub und für dieses Mal dem Zugriff der gierigen Möwen entzog.

P1040805Oder Muscheln.

P1040808Reinigung nach dem ausführlichen Bad im Schlamm. Gut, dass die Oma zum Rückenschrubben mit dabei war.

P1040806Den Traumprinzen vielleicht. „Ein Schiff wird kommen, und das bringt mir den einen…“

P1040822Und zwischen Strandkörben sogar den Bund fürs Leben. Passenderweise direkt neben der Arche Noah.

P1040781Nur die riesige orange-geblümte Badehose, die suchte seltsamerweise niemand.

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24 Kommentare zu “Menschen am Meer

    • Ach, schön, dass du an das wunderbare Gedicht von Morgenstern erinnerst, Birgit! Es gibt wenige Orte, die die stille Zwiesprache so sehr ermöglichen, aber auch so sehr herausfordern, wie das Meer.
      Dass der Traumprinz (wenigstens) eine schicke Badehose anhat, will ich doch hoffen. Traumprinzen haben in meiner Vorstellung etwas so Durchgeistigtes, dass es eigentlich unbedingt (wenigstens) noch eines Wallewalle-Gewandes und eines (See-)Pferdchens zusätzlich bedarf. 😉

      • Die Vorstellung vom Wallewalle-Gewand hat mich gerade so loskichern lassen, dass alle kontemplativen Meergedanken untergingen. Ersäufen wir lieber den Traumprinzen mitsamt Seepferdchen und genießen das stille Meer. Ein Haus am Meer – ich glaube, ich bräuchte dann außer Bücher nicht mehr viel anders (na ja, mein Bester dürfte schon vorbeischauen, aber bloß keine Prinzenrollen-Attitüden). 🙂

  1. Oh, wie gemein! SPO ist für mich die bildhafte Übersetzung des Wortes Weite. Der ewig weite breite Strand und dahinter nur noch Meer. Traumhaft. Und nun am Wochenanfang diese Bilder von Dir: Oh, wie gemein! Ja, Pawlowsche Reflexe auch bei mir, nur leider so weit weg…

    • So tauschen sie denn fröhlich „Gemeinheiten“ aus: Bilder von Sehnsuchtsorten hier, Bücher, die den Speichelfluss nicht minder zum Schäumen bringen, dort… Und wenn sie sich nicht total ändern, dann lesen und schauen sie auch morgen noch (und wehklagen und freuen sich über weitere „Gemeinheiten“).

      • Die Hoffnung ist ja: dass es auch möglich sein wird, Zeit IM Wasser zu verbringen – mal schauen, ob die Nordsee da mitspielt … Auf jeden Fall vielen Dank für die guten Wünsche!

    • Wie schön, das freut mich! Zumal ich Ihrem Blog selbst immer wieder stimmungsvolle Blicke auf den mir bisher ziemlich unbekannten Schwarzen Berg verdanke. Sonnig-windige Grüße von hier nach dort.

    • Die Elemente machen es den Menschen aber auch leicht. Ich habe zum Beispiel gefühlte Ewigkeiten damit verbracht zu beobachten, wie der Schlick zwischen meinen Zehen durchquoll, während die Beton-harte Wattschicht darunter gleichzeitig meine Fußsohlen massierte, dass es fast schon schmerzte – um dann stehen zu bleiben und zu erleben, dass der „Beton“ plötzlich Sandkorn für Sandkorn zerrann, bis ich beinahe hintenüber kippte. Ein Mysterium!

    • Weite und Sammlung – genau das ist es, Anna!
      Soso, du würdest am liebsten gleich wieder den Koffer packen, in dem du gerade erst so schöne Bilder aus dem Lake District mitgebracht hast… 😉

  2. Pingback: Sonntagsleserin – September 2014 | buchpost

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