Im Auge des Betrachters

P1040900Wie sehr sich doch die gewählten Foto-Perspektiven der Brücken-Schönheiten gleichen! Ob es daran liegt, dass zwar nur eines der Modelle die Kamera, aber beide das Zepter des Bildaufbaus fest in der Hand hielten? Und welche Rolle spielt dann überhaupt noch der Fotograf?

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19 Kommentare zu “Im Auge des Betrachters

  1. Der Fotograf? Welche Rolle der spielt?
    Wasfürne Frage… In Abwandlung von Rachel Cusk im „Guardian“ habe ich mir notiert: „Während jeder normale Mensch weiss, dass er keine Sinfonie komponieren kann, meinen nicht wenige, sie könnten fotografieren.“
    (wieso verfolge ich Ihren Blog eigentlich erst seit so kurzer Zeit?)
    Sonnenuntergangschwarzhmmlische Grüsse vom Schwarzen Berg

    • Oder eben einen Roman schreiben oder die eigene Lebensgeschichte – wenn nur endlich mal ausreichend Zeit wäre… Wenn ich das nächste Mal ein halbes Jahr übrig habe, werde ich, glaube ich, mal Chirurgin. 😉
      Die Klammer-Frage macht mich ein bisschen verlegen. Und noch mehr freut sie mich. Dank und abendmüde Grüße ins offenbar dauersonnige Schwarzberganien!

      • Kann es sein, dass man immer die Zeit hat, die man sich nimmt – für was auch immer?
        Frühmorgenvordemerstenteeungeduldige Grüsse vom Schwarzen Berg

      • Ja, davon bin ich überzeugt: Man muss sich Zeit nehmen, geschenkt kriegt man sie nicht. Und das „für was auch immer“ macht sehr schön deutlich, dass es dabei immer darum geht, Prioritäten zu setzen.
        Mit dieser Thematik manchmal verbunden, aber auch von ihr verschieden ist m.E. die von Ihnen eingangs angesprochene Überzeugung etlicher Zeitgenossen, sie könnten fotografieren, einfach weil sie zwei Augen im Kopf haben und einen Finger zum Abdrücken. Oder eben: einen Roman oder die eigene Biografie schreiben – wenn nur die Zeit nicht immer so knapp wäre -, denn reden können sie ja auch. Darauf bezog sich meine nur teilweise fiktive Erwiderung, Chirurgin werden zu wollen, wenn ich denn mal ein paar Monate zur freien Verfügung habe. Tatsächlich fühle ich mich zu kaum etwas weniger berufen. 😉

      • Diese ewig unter Zeitmangel leidenden Zeitgenossen erscheinen mir wie Lebewesen, die im Hamsterrad laufen und sich über die Geschwindigkeit beklagen, als sei diese von aussen vorgegeben. Dabei sind sie selbst es, die das Rad antreiben…
        Mittäglichsiebensonnige Grüsse vom Schwarzen Berg

  2. Hihi…Brückenschönheiten?!
    Nymphen hatten schon seit Anbeginn der Zeiten die Hosen an. Im übertragenen Sinne, versteht sich. Vielleicht gibt es eine Artverwandtschaft mit den Musen? Nur das die Nymphen die kreative Kraft sind, während sich Musen mit der passiven Anregung der Phantasie der Künstler zufrieden geben? 😉

    • Ob sich die Wissenschaft dieses Phänomens bereits angenommen hat, weiß ich nicht. Falls ja, würde ich die beiden Fotos selbstlos zur Erlangung des zu erwartenden Erkenntnisgewinns zur Verfügung stellen. 😉

    • Von dieser Warte habe ich das Thema noch gar nicht betrachtet. Selfies als Medium für Sehnen-Starke. Im Zweifelsfall fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker! Vielleicht solltest du dir das Hinten-Linse-Modell patentieren lassen, am besten natürlich mit Miniatur-Rückspiegel. Ich gebe derweil die Hoffnung nicht auf, dass irgendwann wieder mehr Menschen auf Empfang gehen statt ununterbrochen zu senden. 😉

  3. Selfies hat es doch immer schon gegeben. Ob das mit dem Selbstaulöser, der Polaroid oder dem willigen Kamerahalter (vulgo: Knipser).. Genauso wie es dem Fotokünstler gab und gibt. Eine Idee von einem Bild zu haben, und sie mehr oder weniger um zu setzen ist Kunst. Menschen die sich etwas einbilden und doch nur begrenzt etwas können, die hat es auch immer schon gegeben. Genauso wie es immer verschiedene Ansichten dazu gibt, ob etwas gelungen ist.
    Der Hang zur Selbstdarstellung wird von je her – u.a. auch in den Gesellschaftswissenschaften – beobachtet. Mag sich die Erscheinungsweise auch noch so unterscheiden, ich glaube: Es gibt nichts neues unter der Sonne. (Pred. Salomo)

    • Lieber Mick, ich hatte gar nicht die Absicht, in ein großes Lamento nach dem Motto „Früher war alles besser. (Auch die Zukunft.)“ auszubrechen. Ich war einfach erstaunt über die fast völlige Übereinstimmung der Posen. Dennoch scheint mir die Knipser- und Selfie-Dichte in Zeiten des Mobiltelefons dramatisch angestiegen zu sein. Von dem Aspekt der Veröffentlichung dieser Erzeugnisse der Selbstvergewisserung einmal ganz abgesehen. In einem allerdings stimme ich dir voll und ganz zu: So richtig viel Neues gibt es wohl nicht unter der Sonne… 😉

  4. Ich habe nun ein echt schlechtes Gewissen bekommen, weil ich ja überhaupt keine Fotographin bin und trotzdem meine Bilder und meine Posts veröffentliche, in der Hoffnung, dass irgend jemand etwas Gutes an ihnen findet. Ich werde also versuchen mich zu verbessern und in der Zwischenzeit tröste ich mich mit „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.:)

    • Liebe Martina, jetzt meldet sich auch mein Gewissen… Tatsächlich wollte ich mit den beiden Fotos gar keine Grundsatzdiskussion übers Fotografieren vom Zaun brechen und erst recht niemandem die Freude daran nehmen, sondern einfach eine Beobachtung wiedergeben, die mich erstaunt hatte (die Übereinstimmung der Posen). Ich bin ja selbst Fotografin aus Leidenschaft, nicht qua Ausbildung und sollte mich viel öfter mit den technischen Möglichkeiten des Mediums beschäftigen. 😉 So üben sie denn weiter, und wenn sie nicht gestorben sind, werden sie eines Tages Meister werden… 🙂

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