Meditation in Gelb-Oliv

P1060504Wie gut, dass das, was die Einheimischen „kein Wind heute“ nannten, zuverlässig von hinten blies! Besonders, weil sich schon nach wenigen hundert Metern „Nur-ein-paar-Tropfen-kaum-der-Rede-wert“ bei „Kein-Wind-heute“ einhakte.

P1060506Man müsste einen Fischer fragen, wo das Meer endet und der Himmel beginnt, wie es in einem japanischen Haiku heißt. Und auch das Rote Kliff über dem Kampener Weststrand verschmilzt mit dem Gelbgrün des Strandgrases zu blassem Rosé.

P1060507Kilometer um Kilometer durch Dünen und Heide in den Norden von Sylt schärfen den Blick für jede Nuance auf der Palette zwischen Hellgelb und Olivgrün. Das linke Ohr ist mit dem Rollen der Brandung beschäftigt, von rechts dringt gelegentlich ein vorbeifahrendes Kraftfahrzeug ins Bewusstsein.

P1060511In vier, fünf Stunden begegnen mir gerade einmal zwei Spaziergänger und ein Fahrradfahrer. „Die Reichen und die Schönen“ sind offenbar zu Hause geblieben. Und die Armen und die Hässlichen auch.

P1060516Insel-Impressionen aus Deutschlands äußerstem Norden. Kein schöner Land in dieser Zeit.

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27 Kommentare zu “Meditation in Gelb-Oliv

  1. Wunderschön ! Erinnert mich daran, wie sehr ich mich gewundert habe, als ich das erste mal beim Farbmischen bemerkt habe, dass gelb + schwarz olivgrün ergibt.

    • Haha, klasse. Darüber, wie sich die Farben, die mich umgaben, durch Mischen herstellen lassen, habe ich auf meinem Spaziergang überhaupt nicht nachgedacht. Malst du denn? Ich habe mir gelegentlich gewünscht, zeichnen zu können, weil ich vermute, dass man sich Eindrücke dadurch u.U. tiefer einverleiben kann als durch Fotografieren.

      • Interessant , dass du das so siehst, dass man sich durch Malen Eindrücke tiefer einverleiben kann. Ich mache eigentlich das Gegenteil: ich hole Eindrücke aus mir heraus ……. Weiterhin eine schöne Zeit zwischen Meer und Dünen

    • Ich freue mich, dass ich deine Sehnsucht wecken konnte, lieber Holger. Ganz besonders der lange Weststrand scheint mir für dein Vorhaben hervorragend geeignet zu sein, im Winter natürlich, wenn das Wetter gewaltiger ist und das Ausschreiten immer ein bisschen mit dem Überwinden von Widerständen verbunden. Die Ruhe stellt sich dann nach einer Weile von ganz allein ein.

    • Ach, liebe Stefanie, ich bin ja leider, leider auch schon wieder zurück… Ich glaube, wir könnten uns gegenseitig immer wieder anfixen. Ich habe deine schöne Sylt-Serie in den vergangenen Wochen mit soviel Vorfreude verfolgt, zumal du – anders als ich – die Insel ja wirklich kennst. Ich selbst war Jahre nicht mehr dort gewesen. Das soll mir nicht wieder passieren…

      • Ja, ja, es gibt ja nix Gutes außer man tut es, nä?! 🙂 (Ich finde, bloggen hilft. Man kriegt einfach leichter den Hintern hoch.)

    • So ein Winter-Meer-Ritual an oder in der Nordsee hört sich ganz wunderbar an. Texel kenne ich nicht, aber wenn die Insel irgendeine Ähnlichkeit mit Schiermonnikoog hat, muss es dort schön sein. Was für ein beruhigendes Gefühl, schon Silvester zu sehen, wer an Neujahr zum Frühstück kommt… 😉

  2. Liebe Maren,
    ein wunderbarer Einstieg mit leicht ironischem Unterton in einen Text, der die sehnsüchtig machenden Bilder schön melancholisch umrahmt. Man könnte sofort losfahren, wenn man könnte …
    Liebe Grüsse
    Kai

    • Lieber Kai, ich habe meine Mini-Auszeit auf der Insel sehr genossen und freue mich, dass du leicht ironisch-sehnsüchtig-melancholisch virtuell ein Stück des Wegs mitgelaufen bist. Ein hoffentlich wintersonniges Wochenende wünsche ich dir.

  3. Sorry my phone can not cope with German text, so I hope you understand. I can not stop looking at certain photographs of yours over and over again – so many beautiful memories come rushing back. Thank you so much. You have a God given talent to show so much beauty around us – looking at the sea and the endless empty beaches with the near thunderous clouds high up above I can hear and smell the sea and hear the wind all around me – not everybody can capture this with their camera. Und wie Du sage auch ich hier zum Abschluss “ Kein schoener Land in dieser Zeit….

    • You are most welcome to write such beautiful words in any language you (or your phone) like(s), Carina. 😉 Thank y o u so much – not just for the appreciation but also for reminding me of going for a nice long beach walk at the earliest possible. Its way too long since the last one. By the way: Do you live close to the ocean?

      • oops – Electricity just went off – heavy Monsoon rain outside, better be short now and hurry into kitchen. Forgive me?:) Do you have an email id for me so that I can write to you there, please!?
        And yes, we live in Cochin/Kerala right on the shores of the Arabian Sea (more later, sorry, sorry)Carina – Gute Nacht von mir….tschuess

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