Winter, ganz zart

P1060721Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis;

P1060711das Büblein steht am Weiher
und spricht so zu sich leis:

P1060714Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen.-
Wer weiß?

Aus: Friedrich Güll „Vom Büblein auf dem Eis“

P1060740Vor ein paar Tagen hielt der Winter nun auch in Hamburg Einzug – und verwandelte den Stadtparksee mit himmlischer Beleuchtungshilfe in einen gigantischen Malgrund im Freien.

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31 Kommentare zu “Winter, ganz zart

  1. wunderschöne Bilder! Wunderschön und faszinierend – ein kleines bisschen unheimlich, wenn man an das Büblein denkt, dass über die dünnen Schollen schlittern will, weil es ebenso fasziniert ist.

    Ganz liebe Grüße an Dich von
    Marlis

    • Vielen Dank für deine Zeilen, liebe Marlis! Um das Büblein mach dir bitte keine Sorgen. Am großstädtischen „Weiher“ tritt es nach meiner Beobachtung nicht ohne Mutter oder Vater auf, die es ggf. beherzt am Ellbogen zurückreißen. Manchmal frage ich mich, wie wir Dorfgören es eigentlich geschafft haben, die Kindheit zu überleben. 😉
      Einen feinen Sonntag wünsche ich dir!

  2. Tolle Bilder, Maren! Der lütte Stadtparksee, plötzlich ein Zaubersee. Wunderschön.
    Aber das Büblein!!! Ist das wirklich das Ende des Gedichtes? Das ist ja literarischer Sadismus! Es fällt mir da spontan der Titel eines möglichen Nachfolgegedichtes ein: „Vom Büblein unterm Eise“, und als drittes einer Trilogie: „Vom Mütterlein,das weinte“. Ich leide etwas unter deinem Beitrag. 😉

    • Lieber Michael, gerade w e i l ich um die Empfindsamkeit einiger Leserinnen und Leser weiß, habe ich darauf verzichtet, Friedrich Güll bis zum bitteren Ende zu zitieren. Selbst dort kommt das Büblein, tropfnass zwar und vom Vater „geklopfet“, ja allerdings mit dem Leben davon. Am Hamburger Zaubersee träumten die Büblein und die Mägdelein unverkennbar Eislaufträume, erkannten aber schon beim zarten Stippen mit der Fußspitze, dass alles oberhalb des Gewichts einer durchschnittlichen Möwe zu Einbruch und Untergang geführt hätte. Schaurig-schön – und am Ende blieben alle Augen trocken. 🙂

  3. Wenn da nicht die Möwe wäre, hätte ich eher an Oberflächenaufnahmen eines anderen Planeten gedacht. Sie suchen doch überall im All nach Wasser. Und da wären sie endlich fündig geworden. Aber auch die Baumkronen im Wasserspiel machen mir die Fantasie schnelle wieder zunichte. Am Ende ist es aber auch gut, diesen Eiszauber in Hamburg zu wissen…

    • (Auch) dazu sind die Möwen und die Baumkronen da: Der Betrachter kann von anderen Planeten träumen, verschwindet aber nicht gleich ganz in den Weiten des Alls. Wär doch schade um deine irdischen Alltagsklunker, um mal ein Beispiel zu nennen. 😉

  4. Ich sitze da, staune und ein Wohlgefühl breitet sich in mir aus, wenn ich deine Bilder betrachte!! Ich will mal nicht an’s Büblein denken, sondern ganz allgemein, muss man hie und da was wagen, sonst gelingen auch keine solchen Eindrücke. Danke, liebe Maren.:)

    • Das freut mich, Martina. Es gefällt mir, mit meinen Fotos Wohlgefühl auszulösen. Und das Wagnis hielt sich in diesem Fall in Grenzen. Ich wusste aus eigener leidvoller Erfahrung / Erinnerung noch gut, wie brüchig Eis sein kann. 😉

      • Also, wie soll ich es sagen? Vielleicht so: Bin ziemlich sicher, dass das sehr bald wieder öfter mal der Fall sein wird! Und: ich hatte den Seethaler mit im Urlaub, schreib dir aber erst etwas dazu, wenn ich die letzten noch fehlenden Seiten gelesen habe … Sehr herzliche Grüße!

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