At the Gates of Eden

P1070451Noch lag ein Rest Tageswärme in dem milchigen Licht über dem Moor. Eng schmiegten sich die beiden Körper aneinander. Kopf an Kopf, die langen Leiber ineinander verwoben wie ein Mädchenzopf, verharrten sie für einen Augenblick im trockenen Gras.

P1070485Ein Ruck, die Köpfe schnellten auseinander, die Oberkörper richteten sich auf, bogen sich geschmeidig weit zurück, während sich die unteren Körperhälften in Windeseile voneinander lösten und gleich darauf in neuer Form abermals kraftvoll umschlangen.

P1070484Wie zwei Synchronschwimmer tauchten Köpfe und Hälse aus dem Gras auf, und schon begann das Spiel von neuem: Verknäueln, drücken und pressen, kurz innehalten, hochschnellen…

P1070480Was wie ein ritualisierter Liebestanz anmutete, ist in Wahrheit eine Art Freistil-Ringkampf zwischen rivalisierenden männlichen Kreuzottern. Ähnlich wie die Konkurrenzkämpfe männlicher Rothirsche während der Brunftzeit folgt auch das Ringen der Schlangen festen Regeln. Nicht um Vernichtung geht es, sondern um die Festlegung einer Rangordnung.

P1070494Keinen Blick für das faszinierende Schauspiel hatten die jungen „Evas“ auf ihrem Weg ins nahe Feriendorf. Verzückt  und gleichzeitig kichernd (so unglaublich gleichzeitig, wie das vielleicht nur mit 15 möglich ist) schauten sie lieber in die untergehende Sonne.

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21 Kommentare zu “At the Gates of Eden

  1. Vielen Dank für die schönen Fotos – das erste erinnert mich an meinen Urlaub auf Amrum, dort gab es auch immer so schöne Holzwege, auf denen man entlang spazieren konnte.

  2. Liebe Maren,
    wie schön Du das beschreibst, an den Pforten zum Paradies. Dumm nur, dass ich gerade am PC saß, einen Apfel essend 🙂 Nein, im Ernst – schöne Worte und wunderbare Bilder!

    • Ha, das hätte ich mir ja denken können, dass jemand einen Apfelschnitz in das paradiesische Getriebe wirft… 😉 Freut mich, dass dir der Ausflug ins Moor gefallen hat.

  3. Wunderbare Fotos mit so schönem Text, die jungen Evas können die Schönheit der Natur freilich noch nicht ermessen und kichern lieber einvernehmlich auf der Bank. Doch auch ich gebe zu, dass ich mir die formvollendet schönen Tiere im Gras lieber auf deinen exklusiven Fotos ansehe als in natura…
    Herzliche Grüße sendet
    Marlis

    • Vielen Dank für deine Zeilen, liebe Marlis. Für deine Zurückhaltung den Schlangen gegenüber habe ich vollstes Verständnis. Ich war auch sehr froh um die etwas erhöhten Holzplanken unter meinen Füßen, ohne die ich sicher rasch den Rückzug angetreten hätte. Die beiden Schönen waren allerdings total aufeinander fixiert und nahmen keinerlei Notiz von der Umgebung im übrigen – zu meinem Glück auch nicht von den giggelnden Evas. 😉

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