Hamburg bekennt Farbe

P1100888Gerade erst zur attraktivsten Stadt Deutschlands erklärt, setzte Hamburg heute Vormittag ein ebenso kraftvolles wie farbenfrohes Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt. Aus Protest gegen einen ursprünglich geplanten Aufmarsch von Neonazis hatte das Bündnis „Hamburg bekennt Farbe“, dem Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Migrantenorganisationen angehören, zu einer Kundgebung auf dem Ratshausmarkt aufgerufen. Wie schon 2012 folgten Tausende Menschen.

P1100914Die Hamburger Polizei hatte den Aufmarsch der Rechtsextremen vor einigen Tagen verboten, weil sie schwere Ausschreitungen befürchtete. Das Verbot war von Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht sowie dem Bundesverfassungsgericht bestätigt worden.

P1100902Das in meinen Augen schönste Plakat hielt ein zünftiger Handwerksbursche vor dem Rathaus in die Höhe: „Wahre Patrioten geben Deutschkurse“. Feinsinniger kann man den Rechten,  die  in Hamburg unter dem Motto „Tag der Patrioten“ auf die Straße gehen wollten, kaum begegnen.

P1100895Und wo Platz für den liebsten Fußballclub ist, reicht es sicher auch für ein herzliches „Moin, moin“ für Flüchtlinge.

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20 Kommentare zu “Hamburg bekennt Farbe

  1. ich freue mich wie viele Menschen Zurzeit FARBE bekennen und wie viele Vorort bei den Erstaufnahmestätten sind und ihre Hilfe anbieten-
    danke dir für diese ermutigenden Bilder
    herzlichst Ulli

    • Ja, die Hilfsbereitschaft ist groß, Ulli, zum Teil überwältigend groß. In Hamburg gibt es mittlerweile an einigen Stellen Schwierigkeiten, den Einsatz von Freiwilligen (und Sachspenden) sinnvoll zu koordinieren, nicht weil es objektiv zu viele wären, sondern weil die meisten Initiativen rein ehrenamtlich tätig und von dem Ansturm überfordert sind. Ich hoffe sehr, dass es rasch gelingt, hier förderliche Strukturen zu schaffen – im Interesse der Flüchtlinge ebenso wie der vielen Hilfswilligen.

      • so ist (war) es in Lüchow auch, zu viele, die helfen wollten, aber man gibt sich redlich Mühe zu koordinieren und das ist gut so

  2. Wunderbar, meine Lieblingsstadt ist nun auch offiziell der Liebling der Mehrheit! Farbig, klar, bestimmt sind ihre Menschen. Meine Sympathie!

  3. Pingback: Lange Nacht … | Irgendwas ist immer

  4. Liebe Maren,
    Einfach klasse, was die Hamburger, aber auch die Münchnet und so viele Menschen in anderen Städten machen. Nun wäre es schön, wenn von den zuständigen Politikern auch strukturelle Hilfe käme – gesprochen haben die ja genug darüber, aber wenn man sieht, wie eben Hamburg oder München mit den vielen Menschen allein gelassen werden, ist das schon eine traurige Sache. Und was die sogenannte Landbevlkerung betrifft, ich fürchte, da verhält sich slles nochmal ganz anders. Schreibe ich hier als einer, der das beobachtend, dazugehört.
    Was Hamburg betrifft, wenn ich könnte, würde ich sofort hinziehen in diese wunderbare Stadt, die für mich immer so nach Meer riecht.
    Liebe Grüße
    Kai

    • Lieber Kai, zu den von dir angesprochenen Themen unterschiedlichen Umgangs mit Flüchtlingen und der Notwendigkeit struktureller Hilfe durch die Politik, will man nicht Gefahr laufen, dass das Mitgefühl und die enorme Hilfsbereitschaft womöglich rasch wieder abebbt, habe ich in der aktuellen Ausgabe der ZEIT einen sehr interessanten Artikel von Ulrich Schnabel gelesen. Schnabel schreibt über die Macht der Emotionen in unserer Gesellschaft (so auch der Titel seines neuen Buchs, das in der nächsten Woche erscheinen wird), u.a. darüber, wie sehr wir uns vom Verhalten und der Stimmung in unserer Umgebung beeinflussen lassen: „Zugespitzt könnte man aktuell sagen: Unsere Gefühle gegenüber den Flüchtlingen werden nicht nur von unseren eigenen Überlegungen bestimmt, sondern auch von der Tatsache, ob wir im sächsischen Heidenau oder in einer Großstadt wie Hamburg oder München leben.“ Sarkastisch könnte man von der Gnade des richtigen Wohnorts sprechen. Du bist natürlich auch zu Besuch herzlich willkommen in Hamburg! 🙂

  5. Liebe Maren, ich finde es immer wieder toll zu lesen, wie hilfsbereit die Deutschen gegenüber Flüchtlingen sind. Aber ich sehe auch ein zunehmendes Auseinanderklaffen zwischen den Großstädten und den ländlichen Gegenden, die mir Sorge bereiten. Mein Eindruck dabei ist jedoch, dass es sich hier oftmals gar nicht um Ausländerfeindlichkeit handelt, sondern um Angst vor dem Unbekannten. Ich denke, es besteht vielerorts noch reichlich Aufklärungsbedarf. Liebe Grüße, Peggy

    • Ja, es klafft viel auseinander zurzeit, liebe Peggy: zwischen Stadt und Land, innerhalb eines Landes, innerhalb Europas… Miteinander reden tut not, klare Vereinbarungen sind überfällig. Ob aber Aufklärung gegen Angst hilft? Ich denke, letzten Endes lässt sich Angst nur durch die Begegnung mit dem, was die Angst auslöst, überwinden.Liebe Grüße!

  6. Da Bremen bunt ist und Vielfalt lebt, hab ich das Gefühl zum ersten Mal in einer Stadt zu sein, wo es teilweise auch möglich ist. Ich komme ursprünglich aus München und dort ist es derzeit voll, Seehofer und Co haben genug zu tun….und auch wenn die Mümchner die Flüchtlinge begrüßen, es gibt nicht wenige, die das am Liebsten stoppen würden.
    Ich grüße dich, Luiserl

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