Osterspaziergang

P1140063Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Im Tale grünet Hoffnungsglück…

Aus: Johann Wolfgang von Goethe „Faust, Der Tragödie erster Teil“, Szene „Vor dem Tor“

Auf meinem Osterspaziergang an der Alster war ich für einen Augenblick wieder das Schulmädchen, das das ganze Ausmaß der Tragödie um Dr. Heinrich Faust sicher noch nicht erfasste. An den Spaß, den wir hatten, als wir den „Osterspaziergang“ vertonten, erinnere ich mich allerdings lebhaft. Leider ist die Cassette mit unserem Machwerk verloren gegangen.

Advertisements

29 Kommentare zu “Osterspaziergang

    • Ja, könnte man, Myriade, besonders in den unteren zwei Dritteln. Das Ruhen und Strömen, wie du es so schön genannt hast, kommt m.E. aber in der Totale besser zum Ausdruck.

  1. „Oh Augenblick“ — der Baum schaut in den Spiegel – „verweile doch“ — das Wasser unter der spiegelnden Oberfläche aber ist längst weiter — „du bist so schön!“ — das hat den Goethe auch gewurmt — die Cassette ist weg, aber es ist doch bemerkenswert, wie solche einzelnen Erlebnisse, die vielleicht schon sehr lange zurückliegen, vollkommen präsent bleiben, der Augenblick ist immer noch da. Was davon? Nichts jedenfalls, was vom Wasser der Zeit weggeschwemmt werden kann.

    Frohe Ostern,

    Michael

    • Ich bin begeistert, Michael. Du hast es – nicht zum ersten Mal – geschafft, einen besonderen Augenblick zu verlängern und mich gleichzeitig zum Lachen zu bringen. Nein, man steigt nicht zwei Mal in denselben Fluss, wie schon Heraklit wusste. 😉 Herzliche Abendgrüße!

  2. Hallo Maren,
    habe mir Deine Beiträge jetzt intensiver angesehen und bin begeistert!
    Das Foto zum Osterspaziergang ist super schön. Überhaupt, alle Deine Fotos. Du hast den Blick für besondere Stimmungen.👌Deine Kurzbeschreibungen mit geschichtlichen Hinweisen wecken Interesse für mehr Info.

    Dir noch einen schönen Rest Ostermontag

    Grüße Babsi

    • Ganz herzlichen Dank für dein Feedback, Babsi! Ich freue mich sehr, wenn sich die Stimmungen der Bilder auf den Betrachter übertragen. Und dein Interesse an mehr geschichtlichen Infos behalte ich im Hinterkopf. Restösterliche Grüße!

  3. Was für eine Art der Vertonung war es denn? Also welches Genre an Musik, welche Form?Eigentlich macht man den „Faust“ zu einem völlig falschen Zeitpunkt: nämlich dann, wenn man jung ist. Dabei geht es in Faust um einen alten Mann.

    • Oje, ich fürchte, ich muss den Musikliebhaber enttäuschen. D a s s wir im Hintergrund Musik laufen hatten, während Freundin J. den Faust gab, weiß ich noch, aber leider nicht mehr, welche. Wir anderen waren vollauf damit beschäftigt, fließendes und plätscherndes Wasser, körniges Eis, Stimmen, Schritte und Dorfgetümmel zu „produzieren“ – und am Ende allesamt pitschepatschenass. Was den „Stoff“ an sich angeht: Ja, damals war uns (Schülerinnen an einem Mädchengymnasium) das Gretchen sicher näher als der alte Gelehrte. 😉

  4. Eines meiner Lieblingsgedichte und wieder einmal schön in Szene gesetzt. Die vertonte Version hätte ich mir sehr gerne angehört. Klang das eher klassisch, nach Pop oder gar Rock? Liebe Grüße aus der Uckermark, wo das herrliche Wetter ebenfalls Scharen von „geputzten Menschen“ am Ostersonntag zum österlichen Eiertrudeln herausgelockt hat.

    • Mir scheint, ich habe deutlich zu hohe Erwartungen geweckt, Peggy. Tatsächlich haben wir eher die passenden Hintergrundgeräusche gemacht, während eine von uns rezitierte, als Klänge, die ernsthaft an Musik hätten denken lassen. Eines war das Ganze jedenfalls nicht: klassisch. 😉
      Was verbirgt sich denn hinter der Sitte des Eiertrudelns? In meiner Phantasie sehe ich Wettläufer, die auf viel zu kleinen Löffeln rohe Eier balancieren…

      • 😂😂 ich hätte es mir trotzdem gerne angehört.
        Eiertrudeln ist wohl so ein regionaler „Sport“. Dabei rollt man hart gekochte und bunt gefärbte Eier kleine Hügel hinunter. Und wenn die Schale dabei zerbricht, darf man das Ei essen. Dort, wo ich aufgewachsen bin, ist das die traditionelle Beschäftigung am Ostersonntagnachmittag. Wenn das Wetter gut ist, verbinden wir den Ausflug mit einem Picknick.

      • Das hört sich nach einer sehr hübschen Beschäftigung an – und sorgt ja zugleich auch für ein gewisses Maß an Bewegung. 😉 Liebe Grüße!

  5. Liebe Maren, da es ja früher auch einen Osterdienstag gab, schicke ich – dies im Sinn – späte, aber mögliche Ostergrüße zu dir und freue mich sehr an dem Foto!

  6. Ich habe dafür gerade diese Ostern den Osterspaziergang bebildert – bei meinem eigenen Osterspaziergang. Das Gedicht ist für mich das immergültige Frühlingsgedicht. 🙂 das zeigte sich auch daran, wie leicht es war, an Ostern 2016 die richtigen Bilder vor die Linse zu kriegen.

    • Vielen Dank für deinen Hinweis, Ilona. Dein Streifzug durch den Englischen Garten auf Goethes Spuren gefällt mir sehr, vor allem die Menschenszenen, die dieses Endlich-raus-Gefühl herrlich wiedergeben. Was macht es da aus, dass schon lange kein körniges Eis mehr zu sehen war.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s