Rolling Stones

p1160744Wie eine Steinlawine rollte die Herde den sanften Hang hinab zum Talgrund. Graue und braune Schafe, auch ein paar schwarze waren darunter. Begleitet wurden sie von einer Schäferin und ihrem Assistenten. Und mehreren Hunden. Die Schäferin rief den Hunden mit lauter Stimme Kommandos zu. Der Assistent sagte nichts. Wie aufgezogen kreisten die Hunde in Höllentempo um die Herde, dass einem vom Zusehen ganz schwindlig werden konnte. Das permanente Kreisen der Hunde sorgte dafür, dass auch die Herde selbst stets rund war. Mal wie mit dem Zirkel gezogen, mal eher eiförmig bewegte sich der Kreis durchs Tal, der nächsten sanften Anhöhe entgegen.

p1160750Staunend sah ich dem Treiben zu und dachte an zwei alte spanische Schäfer, die so viel stiller mit ihren Herden übers Land gezogen waren. Aber vielleicht ist das auch nur in der Erinnerung so.

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24 Kommentare zu “Rolling Stones

  1. Ich hab mal in Irland eine Vorführung von Hirtenhundetraining gesehen. Das war sehr spannend. Schafe kann man leider kaum trainieren, die sind zu dumm dazu, aber ich finde sie sehr dekorativ 🙂

    • Ja, das mit der Untrainierbarkeit von Schafen stimmt leider. Ich hatte selbst einmal das zweifelhafte Vergnügen, eine Herde von einem Weidegrund zum nächsten zu führen. Der Hund (es gab nur den einen) des Schäfers hörte natürlich nicht auf mich. Da half nur der Trick mit der Leitziege, die ich mir durch reiche Leckerli-Gaben gewogen gemacht hatte: Ich vorne weg, dahinter die Ziege und dann all die lieben Schafe. Ich gebe zu, dass die Tiere unterwegs mehr Aprikosen von den Bäumen fraßen als sie eigentlich sollten, aber immerhin hatte ich sie am Ende alle da, wo ich sie haben wollte.

      • Für meine Überführ-Zwecke: Weil eine Ziege dramatisch viel intelligenter ist als ein Schaf und damit durchaus trainierbar. In „meiner“ Herde gab es ein paar Ziegen, um jederzeit Milch auch für Lämmer vorrätig zu haben, deren Mütter nicht genug Milch gaben oder die ihren Nachwuchs nicht annehmen wollten. Auch die Schäferin in der Heide hatte ein paar Ziegen in ihrer Herde, ich vermute aus ähnlichen Gründen.

  2. Liebe Maren,
    schöne Bilder der „bunten“ Herde und natürlich auch eines vom Hütehund in Aktion. Wie du es beschreibst, haben die Hunde den sozusagen „laufenden Zaun“ gegeben. Immer beeindruckend, was die Hunde so drauf haben (und ich bekomme immer ein schlechtes Gewissen, wie wenig die Familienhunde so können…).
    Viele Grüße, Claudia

    • „Laufender Zaun“, das beschreibt es genau, Claudia. Ist das etwa ein Fachterminus? Mir scheint, du hast dich schon mit dem Thema beschäftigt. Vielleicht könnte man ja entsprechende Ferienworkshops für die Familienhunde buchen? Schmunzelnde Grüße!

      • Eine Freundin versuchte mich immer zum Schafworkshop zu überreden. Ich denke, einer meiner Hunde würde das recht schnell kapieren, er haat jedenfalls den Bordercollie- Schleichgang drauf, wenn er den anderen hütet. Ich habe aber immer abgelehnt, die Hunde mit so etwas in Verbindung zu bringen. Wir laufen ja viel durch die Wälder – und über die Berge – und treffen da so manche anderen Tiere, immer wieder auch Schafe, manchmal auch frei auf den Almen. Ich bin froh, wenn wir die „umschiffen“ können, ohne dass einer der beiden den Schafen unbedingt zeigen mus, was er so alles drauf hat :-). Ob der „laufende Zaun“ tatsächlich ein Fachbegriff ist, weiß ich nicht. Haben wir halt immer so gesagt, weil das die Arbeit der Schäferhunde so schön anschaulich macht. Und du hast es ja auch genau so beschrieben.
        Einen schönen Abend, Claudia

      • Wie spannend! Ja, das sind natürlich gute Gründe gegen einen Workshop. Wenngleich es bestimmt einen Heidenspaß machen würde, mit dem eigenen Hund zu trainieren. Und ich träume weiter davon, mal bei einem ordentlichen Viehauf- oder -abtrieb mitzumachen.

    • Nein, das Buch kenne ich nicht, Mick. Aber Schäferin in Englands Hügeln zu werden, merk ich mir als Anregung für eines der nächsten Leben. Es gibt ganz bestimmt schlechtere Arten, die Zeit zu verbringen. Dabei schlägt mein Herz ja eigentlich eher für Ziegen…

      • Mit Ziegen habe ich auch angefangen, aber die kann man nicht züchten, zumindest nicht, wenn man ein soziales Leben irgenwie noch aufrecht erhalten will. Die Böcke stinken während der Ranzzeit bestialisch. Ziegen sind anhänglich, lernfähig und haben eine Persönlichkeit, die fast schon menschliche Züge hat. Aber die Böcke stinken für menschliche Nasen einfach zu durchdringend.

    • Ich lach mich kaputt, Michael. Man kann sich das Ganze tatsächlich vorstellen wie die Entwicklungsgrafik vom Affen zum Menschen. Oder war das anders herum? Wie auch immer: zweifellos ein Bild für die Götter. Und zum Glück für mich: ein nicht dokumentiertes. 😉

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