Sommerfäden über Land

Da fliegt, als wir im Felde gehen,
Ein Sommerfaden über Land,
Ein leicht und licht Gespinst der Feen,
Und knüpft von mir zu ihr ein Band.
Ich nehm ihn für ein günstig Zeichen,
Ein Zeichen, wie die Lieb es braucht.
O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,
Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht!

Ludwig Uhland: Der Sommerfaden

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen, als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz: Sommerfrische

Und blüht der Weizen, so reift er auch,
Das ist immer so – ein alter Brauch.
Und schlägt der Hagel die Ernte nieder,
Übers andere Jahr trägt der Boden wieder.

Johann Wolfgang von Goethe: Und blüht der Weizen

So schön, dass die Mais-Monokultur der vergangenen Jahre offenbar wieder Raum lässt für ausgedehnte Getreidefelder! Gerste und Weizen vor allem, so scheint es. Was ich in diesem Sommer zum ersten Mal sah, waren Trennwände zwischen minikleinen Ährenfeldern. Keine Ahnung, wovor die schützen sollen – und ob das besser in Weiß oder Braun klappt. Über sachdienliche Hinweise freue ich mich.

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21 Kommentare zu “Sommerfäden über Land

  1. Erst einmal sage ich danke für den Sommerfaden, der gerade leise durch die Nacht in meine Stube geweht kam-
    über die Minifelder kann ich nur spekulieren, dass hier Versuch und Vergleich stattfindet…
    herzlich grüsse ich dich, liebe Maren
    Ulli

  2. Zauberhaft. Ich bewundere den Himmel auf der Nr. 4 und schließe mich Ullis Vermutung an: irgendwelche Versuchsfelder, die Trennwände dazwischen, damit der Wind (etc.) die Nachbarn nicht befruchtet (?).
    Liebe Grüße
    Christiane

    • „Trennwände, damit der Wind die Nachbarn nicht befruchtet“: Du bringst mich zum Lachen, Christiane. 🙂 Und die Wolken, ja die waren während meiner Wandertage tatsächlich mächtig aktiv.

    • Vielen Dank! Wie ich Myriade schon schrieb, sind die Fotos quasi im Niederknien entstanden. Von da war es dann auch nicht mehr weit zum Genießen: Blick auf unendlich, Gedanken auf Null – oder jedenfalls nicht weiter als ein Grashüpferhupf. 😉

  3. Tolle Fotos und Gedichte – und was die Trennwände angeht? Telefonjoker anrufen, ich weiß es nämlich auch nicht. 🙂 Ich mag dies Ländliche, die Felder usw. sehr. Liebe Grüße ins Wochenende.

    • Kennst du auch noch das Lied vom Bett im Kornfeld? Womöglich baut da einer ein Retreat für gestresste Großstädter. 😉 Freut mich, dass du gern mit aufs Land gekommen bist. Ich bin in so einem Ambiente groß geworden, da liegt die Sehnsucht praktisch in den Genen. Auch dir ein schönes Wochenende!

      • Liebe Maren, ja, das Bett im Kornfeld kenne ich natürlich. 🙂 Ich bin ebenfalls in diesem Ambiente aufgewachsen. Danke für die Wochenendgrüße, wünsche Dir ebenfalls erholsame freie Tage! LG Beobachterin

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