Die wollen nur spielen

Nächtlich auf der dunklen Weide
Grasen viele große Kühe,
Kauen,
Schauen,
Tun mir nichts zuleide,
Während ich mich durch sie durch bemühe.

Wenn sie wollten, könnten sie mich überrennen,
Doch sie werden nicht dran denken,
Da sie
Quasi
Gar kein Denken kennen.
Außerdem sind sie nicht abzulenken.

Und so geh’ ich lautlos durch die Herde
Auf dem Gras, daran sie kauen,
Eilig,
Weil ich
Plötzlich bange werde,
Dass sie meine schwache Position durchschauen.

Werner Finck: Gang durch die Kuhherde

Ob es am erhöhten Adrenalinspiegel in Folge der Almquerung lag oder daran, dass der Norddeutschen alles Maritime quasi im Blut liegt: Jedenfalls packte die Fotografin nach dem Anstieg das Gipfelkreuz, als gälte es, Segel für einen Törn durch die bewegten Himmelsfluten zu setzen.

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18 Kommentare zu “Die wollen nur spielen

    • Ist es immer noch so schrecklich heiß bei euch? In Gedanken schicke ich mal rasch eine Montgolfière mit einer kühlen Nordsee-Brise auf die Reise in den Süden.

    • Manche sind neugierig, ja, andere, wie die hier gezeigten, eher miteinander beschäftigt, da muss man vor allem aufpassen, nicht versehentlich zwischen die Rangelnden zu geraten. – Im Himmelsschiff ist Platz für dich. Darfst auch gern das Steuer übernehmen. Sobald wir keinen festen Boden unter den Füßen mehr haben, schaue ich lieber unbestimmt in die Ferne als allzu sehr in die Tiefe. 😉

  1. Gut gemacht! 🙂 So schöne Fotos, Maren, richtig toll. Deine Gedanken können wir gut folgen. Bei einer Wanderung in der Höhe in Schottland begegneten wir eine recht unfreundlichen Herde mit Kälber. Gerne wären wir in einem Himmelsschiff vorbeigesegelt … 😉

    • Euer Schottland-Erlebnis kann wiederum ich mir gut vorstellen bzw. meine ich mich auch zu erinnern, bei euch im Blog darüber gelesen zu haben. Sobald Jungtiere dabei sind, sind ja auch die Alten mit doppelter Vorsicht zu genießen. Ich selbst sehe immer zu, bloß kein Tier zu vereinzeln bzw. ihm den Fluchtweg zur Herde abzuschneiden. So, wie man ja auch nicht zwischen Seelöwen und Robben und dem Meer herumspazieren soll. Aber das muss ich euch ja nicht erzählen… 😉

  2. Liebe Maren, ich muss hier ab und an auch durch eine Kuhherde stapfen, immer ist mir ein bisschen mulmig, zumal Herr Stier ja auch immer mit dabei ist, aber reißaus musste ich erst einmal nehmen, da war ich froh, dass ich nahe am Zaun geblieben bin, diese Leitkuh war mir nicht geheuer wie sie so auf mich zustapfte…
    feine Bilder hast du uns mitgebracht, feine Zeilen auch und ich mag das Bild am Gipfelkreuz ganz besonders, da mag ich dir ahoi zurufen und Leinen los, auf ins nächste Abenteuer!
    herzliche Grüße
    Ulli

    • Mit Stier – oha! Und da führt kein Weg drumherum?
      Während wir auf dem Gipfel hockten, herrschte übrigens reger Verkehr am Himmel: In der Ferne schwebten leuchtend gelbe und orange Drachenflieger talwärts und hinter dem nächsten Gipfel tauchte sogar der Rettungshubschrauber mit zwei Mann am Seil wieder auf. Da hatte sich offenbar einer verstiegen.
      Für deine guten Wünsche herzlichen Dank – das nächste Abenteuer kommt bestimmt! 🙂

  3. Die Kühe und auch Jungbullen sind nicht zu unterschätzen – stolpert man bei einem Rempler zufällig kann es gefährlich werden ( Ein Hund sollte möglichst nicht mit durch die Kuh-Herde genommen werden).

    • Danke für deine warnenden Worte, denen ich nur zustimmen kann. Mit einem Hund würde ich selbst nicht durch eine Herde laufen. Da potenziert sich die Unberechenbarkeit, mit der man bei Tieren immer rechnen muss.

    • Liebe Stadtpflanze, deinen Respekt vor dem Rindvieh solltest du dir unbedingt erhalten – sagt die gebürtige Landpomeranze, die schon so manche Viehweide überquert hat. 😉

      • Liebe Pomeranze, wie wahr, wie wahr. Ich erkenne einen Stier wahrscheinlich erst aus der Nähe und dann könnte es zu spät sein …….

  4. Hallo Maren,
    da bist du ja für eine Norddeutsche ganz schön hoch hinauf gekommen…ich kann mich erinnern das ich als Kind immer Respekt vor den grossen neugierigen Kühen hatte, beim familiären Alpenurlaub…mir taten es da mehr die kleinen vierbeinigen pelzigen Raubtiere an..es gibt ein Foto da krabbeln auf mir 8 kleine Katzen rum und an eine Weiterführung der Wanderung war nicht zu denken..ich muss gestrahlt haben wie Weinachten und Geburtstag auf einem Tag…ach ja…und die Ferienwohnung dufte ohne Ende…irgendein Kuhfladen schleppte man immer unter den Sohlen mit 🙂
    Lieber Gruss, Jürgen

    • Hallo Jürgen, gegen acht Kätzchen können Eltern mit ihren komischen Wanderideen natürlich nicht konkurrieren… Vielleicht postest du das Foto ja mal in deinem Blog. Sieht bestimmt niedlich aus. Ich selbst bin ziemlich ländlich aufgewachsen, mit allerlei Vieh in den Ställen und auf den Weiden in der Nachbarschaft. Das kleine Einmaleins der Almquerung hatte ich also praktisch schon im Flachland gelernt. 😉

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