Selbstbild im Sand

Welche Spuren hinterlassen wir? Sind es Taten? Oder Werke? Erinnerungen? Am Ende nur Selfies? Am Strand gehören immer auch Fußabdrücke dazu. Sie erinnern daran, dass ein Weg im Gehen entsteht, nicht im Liegen.

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17 Kommentare zu “Selbstbild im Sand

  1. ein Weg entsteht durch Gehen. Ich sehe das ganz materiell, wenn ich nach längerer Abwesenheit einen ziemlich unwegsamen Pfad begehe und er täglich ein bisschen deutlicher und leichter zugänglich wird. Besser ist noch, mehrere Menschen schaffen ihn, ihn beschreitend. dann habe ich leichtes Spiel. Am Strand hingegen entstehen nur Spuren, die Wellen und Wind auslöschen, bevor sie zum Weg werden können. So ist das meiste, was wir im Leben tun, beschaffen. Liebe Grüße dir, liebe Maren!

    • Es ist nicht immer leicht, das zu akzeptieren, finde ich. Aber es liegt auch viel Freiheit in der Erkenntnis, dass das Wenigste in Stein gemeißelt ist. Aber wem sage ich das, liebe Gerda. Deine Schnipselbilder sind ja ein gutes Beispiel dafür. 🙂

      • danke, Maren. Ein wenig genauer hätte ich sagen müssen: Wege entstehen durch kollektives Bemühen, und sie dienen nicht einem, sondern vielen Menschen. Sie haben daher auch größere Dauer als die Spuren, die ein einsamer Wanderer im Sand zurücklässt. Was größeren Charme hat – der festgetretene Weg oder die schnell verwischte Spur – ist damit keineswegs entschieden 😉

  2. Welche Spuren hinterlassen wir?
    Eine wirklich bedeutsame Frage.
    Es kommt auf die Menschen an. Bei sehr vielen hinterlässt man kaum Spuren (er war 1,88, groß und witzig), bei einzelnen ganz erstaunliche Dinge. Für den einen war man Impulsgeber, Quer-Rulant, also Andersdenker, für manche eine schiefe, traurige, kämpfende Gestalt mit vielen Ecken.

    Diese Frage muß und sollte man mal seinen Nächsten insgeheim stellen
    .

    • Dem kann ich nur zustimmen, Peggy. Leider ist dieses Innehalten und Nachdenken gerade nicht sehr ausgeprägt, scheint mir. Die Frage, welche Welt wir den Generationen nach uns hinterlassen, hat z.B. im jüngsten Bundestagswahlkampf in Deutschland praktisch keine Rolle gespielt.

  3. Dass die Generativität echt abnimmt, fällt mir auch immer wieder auf. Was ist bloß aus dem guten, alten „Ihr sollt es mal besser haben als wir“ geworden?

    • Ich könnte mir vorstellen, dass es vielen so schwer fällt, weil das „besser haben“ bei uns ja schon längst nicht mehr zu erreichen ist, indem man immer mehr anhäuft, sondern indem man verzichtet (vor allem auf all das, was unser Klima unumkehrbar schädigt).

      • Ja, da mag was dran sein. Ich kann mich aber gut erinnern, dass meine Oma auf quasi ALLES verzichtet hat, um möglichst viel an Kinder und Enkel weiterzugeben (Mich hat die Selbstlosigkeit wahnsinnig gemacht. Heute weiß ich erst, wie überheblich das war. )

      • Diesen Verzicht kenne ich aus meiner Familie auch, Stefanie, (und auch die Aggression, die er gelegentlich auslösen kann). Dieser Verzicht ist praktisch der Beginn des Vermehrens zugunsten von Kindern und Enkeln, denen es mal „besser gehen“ soll. Nur funktioniert das Modell eben nicht endlos und verlangt das Ziel „besser gehen“ inzwischen andere Strategien.

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