Gedankenverloren

Gesunken ist Selenna, / sind die Plejaden. Mitter- / nacht, vorüber die Stunde. / Und ich schlafe allein.

Aus: Sappho „Und ich schlafe allein“, neu übersetzt von Albert von Schirnding, München 2013

Mit diesen wunderbar rhythmischen Zeilen der vielleicht bekanntesten Dichterin des Altertums ziehe ich mich in eine kleine Blogpause zurück. Bis bald, lasst es euch gut gehen!

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21 Kommentare zu “Gedankenverloren

  1. Und wieder ein Buchtipp mehr, den ich mr sofort notiert habe, danke dir!
    Genieße deine Auszeit, ich bin mir sicher, dass wir nachher wieder Wunderbares zu sehen bekommen,
    herzlichst
    Ulli

    • Es gibt eine ganze Reihe von Sappho-Übersetzungen, liebe Ulli. Vielleicht kannst du mal in einer Buchhandlung oder Bibliothek vergleichen, was dir zusagt. Da ja praktisch nur Fragmente aus dem Werk der Dichterin erhalten sind, kommt der Übersetzung, richtiger wohl: Übertragung, besondere Bedeutung zu. Mir gefällt das Büchlein von Schirnding gut – es transportiert die Kraft, die in den uralten Zeilen wohnt und liefert viele Hinweise, wie sie einzuordnen sind.

      • Gerade von diesem Gedicht gibt es zahlreiche Übertragungen, die zum Teil nur in Nuancen voneinander abweichen. An dieser hier gefällt mir, dass das Allein-Schlafen nicht unbedingt mit trauriger Einsamkeit gleichgesetzt wird. Aber ich vermisse doch den Mond, dessen Nennung bei mir gleich ein inneres Bild auslöst. Und ich mag auch den Klang des Wortes „Mond“, der mir viel wärmer erscheint als „Selenna“. Interessant finde ich den kulturellen Unterschied zwischen Nord und Süd – in den mediterranen Kulturen ist der Mond weiblich, die Sonne männlich.
        Auf einer Seite namens „Fixpoetry“, die ich hier nicht verlinken möchte, weil ich sie nicht kenne, habe ich einen interessanten Vergleich verschiedener Übertragungen dieses Gedichtes gefunden, der dir, liebe Ulli, die Entscheidungsfindung erleichtern könnte (einfach in der Suche den Namen „Schirnding“ eingeben).
        Schöne Träume, von einer freundlichen Frau Mond bewacht, wünscht
        Elisabeth

      • Es ist spannend, wie sich die Übertragungen unterscheiden, wie jeder Über-Setzer eigene Akzente setzt, nicht wahr? Und fast noch mehr, wie unterschiedlich wir Leser(innen) die Worte aufnehmen. Schirnding schreibt nicht (ausdrücklich) von Einsamkeit und Traurigkeit, das ist wahr – aber ich höre sie. Schöne ergänzende Gedanken finden sich übrigens in dem verlinkten Beitrag von Gerda Kazakou weiter unten.

    • Und ich freue mich, dass du deinen Beitrag über Sappho verlinkt hast, liebe Gerda. Deine ganz wörtliche Übersetzung der hier zitierten Zeilen gefällt mir sehr. Das „zwar… aber“ im altgriechischen Original, auf das du hinweist, schwingt für mich in der Übertragung von Schirnding übrigens mit – und auch das seufzende „Ach“, das du in deine freiere Übertragung eingefügt hast. Auf Wiederlesen!

  2. Der Mond ist der Vater aller Sterne und egal wo der Mensch auch ist… der Mond ist ebenfalls da. Solange wir IHN sehen, ist keiner von uns allein – er verbindet uns alle mit seiner wunderbaren Waerme.

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