Und mit Liebe zu schaun

Herbstlich sonnige Tage,
Mir beschieden zur Lust,
Euch mit leiserem Schlage
Grüßt die atmende Brust.

O wie waltet die Stunde
Nun in seliger Ruh!
Jede schmerzende Wunde
Schließet leise sich zu.

Nur zu rasten, zu lieben,
Still an sich selber zu baun,
Fühlt sich die Seele getrieben
Und mit Liebe zu schaun.

Jedem leisen Verfärben
Lausch ich mit stillem Bemühn,
Jedem Wachsen und Sterben,
Jedem Welken und Blühn.

Was da webet im Ringe,
Was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge
Ists dem Schauenden nur.

Jede sprossende Pflanze,
Die mit Düften sich füllt,
Trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt.

Emanuel Geibel: Herbstlich sonnige Tage

Ich weiß, es gibt andere Orte als die Wälder in und um Hamburg. Aber wenn die Sonne noch einmal so Oktober-golden strahlt wie am Sonntag, hält mich nichts, aber auch gar nichts zwischen den Mauern der Stadt. Die Fotos dieses Beitrags habe ich von einem langen Spaziergang durch den Wohldorfer Wald und den Duvenstedter Brook mitgebracht. Es kommen andere Tage, auf dem letzten Foto ist es unschwer zu erkennen, und mit ihnen andere Bilder und Themen.

19 Kommentare zu “Und mit Liebe zu schaun

    • Und ich mag dein Stimmungsbild, Christiane. Gerade sah ich, dass dir schon ganz novembrig war, während ich mich noch einmal oktobrig treiben ließ, als gäbe es kein Morgen… 😉

    • Es war aber auch einer „dieser“ Tage, Gerda. Eigenartig ist der Herbst dieses Jahr hier im Norden: mal unterirdisch scheußlich, mal überirdisch schön, wenig dazwischen.

  1. Liebe Maren, auch ich habe gerade den herbstlichen Wald für mich entdeckt. So wie Strand und Meer mir die Sinne öffnen und mich Freiheit atmen lassen, so nimmt der Wald mich mit in meine Seele und spendet Ruhe und Geborgenheit. Ulrike

    • Genauso ist es, liebe Ulrike! Wenn ich deine schöne Beschreibung lese, verstehe ich noch besser, warum ich zurzeit so ausdauernd durch die Wälder streife. Grüß‘ mir solange die Nordsee, bitte! 😉

  2. Pingback: Den Wald entdeckt – für Ruhe und Geborgenheit – watt & meer

  3. Pingback: Blogbummel November 2019 – buchpost

    • Danke schön, Sonja! Das verwunschene Haus ist ein ehemaliges Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, in dem die Hamburger Ratsherren und später Senatoren residierten, wenn sie die Walddörfer bereisten. Als Walddörfer werden mehrere Stadtteile im äußersten Nordosten Hamburgs bezeichnet, die zum Teil seit dem Spätmittelalter zu Hamburgs Territorium außerhalb der Stadtmauern gehören.

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