Buddhas Bauch

„Happy Buddha! Happy Buddha!“ Die kleinen zarten Dao-Frauen im nordvietnamesischen Hochland wollten sich schier ausschütten vor Lachen. Feixend machten sie einander auf den großen Mann im roten T-Shirt aufmerksam. Der kramte gelassen weiter in seinem Rucksack. Als erfahrener Asien-Reisender war er es gewohnt, mit seiner Statur Aufmerksamkeit zu erregen. Nur über den Bauch streichen lassen wollte er sich partout nicht. Dabei kommt es genau darauf an…

Im alten China, vor mehr als tausend Jahren, war der „Laughing Buddha“ ein berühmter Mönch. Mit einem Lächeln auf den Lippen reiste er durchs Land und rief bei allen, denen er begegnete, Freude und Glück hervor. Schon seit Jahrhunderten ist es Brauch, einer Happy-Buddha-Figur über den Bauch zu streichen. Das bringt Glück und Erfolg. Probier es nur aus! Für das Prachtexemplar auf dem Foto unten musst du nicht einmal nach Asien reisen. Du findest es im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen.

Komm gut ins neue Jahr!

 

Das goldene Medaillon

„Als mein Urgroßvater meine Urgroßmutter heiratete, schenkte er ihr ein goldenes Medaillon“, erzählte mir die alte Dame. Heute, 150 Jahre und fünf Generationen später, gehört das Medaillon ihrer Enkelin. Aber nicht nur das Schmuckstück, sondern auch seine Geschichte. Das war der alten Dame fast noch wichtiger: „Ich bekam das Medaillon zur Konfirmation. Von Tante Kathrine, sagte meine Mutter nur. Tante Kathrine war die Altbäuerin auf dem Nachbarhof meiner Großeltern. Dass sie eine Halbschwester meiner Großmutter war, erfuhr ich erst lange nach ihrem Tod…“

Die alte Dame ist vor ein paar Jahren gestorben. Als sie schon ziemlich krank war, bat sie mich, ihre Familiengeschichte(n) aufzuschreiben. Wir trafen uns, wann immer es ihr gut genug ging, um zu erzählen. Wir hatten Glück: Ein paar Monate vor ihrem Tod war das Buch fertig. Sie verschenkte es freigiebig an Freunde und Verwandte. Wie hat sie es genossen, sich mit ihnen über die alten Geschichten auszutauschen!

Immer wenn ich mich an die alte Dame erinnere, denke ich, dass es ein Glück ist, Großeltern zu haben. Sie haben Dinge erlebt und Menschen gekannt, die es nicht mehr gibt. Sie haben Handgriffe und Arbeiten gelernt, die kaum noch einer beherrscht. Und das Beste ist: Sie können davon erzählen. Warum ich gerade jetzt an die alte Dame denke? Ich glaube, das hat damit zu tun, dass ich zufällig erfuhr, dass Marion, die das wunderbare Blog „FindeSatz“ betreibt, Glückskurse gibt. Und plötzlich tauschten wir uns darüber aus, ob es wohl toller ist, Biografin zu sein oder Glückskursleiterin…