Fremd, relativ

P1060187Heimat – Fremde. Nähe – Distanz. Zugehörigkeit – Fremdheit. Wir – Die. Freund – Feind. Gleichartig – andersartig.

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“, wusste schon der Komiker Karl Valentin.

Erst in der Fremde wird das Eigene fremd und ermöglicht so auch neue Formen der Selbsterkenntnis. Je offener einer unterwegs ist, desto mehr.

Das Fremde in uns selbst. Das Bewusstsein der eigenen Fremdheit.

Einer, der mit dem Wechsel der Perspektiven zu spielen gelernt hat, ist der Schriftsteller Stephan Thome. Als Pendler zwischen Asien und Europa ebenso wie als Autor des Roman-Duos „Fliehkräfte“ und „Gegenspiel“ – Szenen einer Ehe erst aus seiner, dann aus ihrer Sicht. In der ZEIT (Ausgabe vom 30. Juni 2016) hielt Thome gerade ein feines Plädoyer für das Reisen.

Über Fremdheit: „Fremdheit ist keine Eigenschaft einer Person oder eines Ortes. Sie spiegelt die Empfindung von Distanz zwischen dem eigenen und dem anderen, dem Vertrauten und dem Neuen.“

Im eigenen Land ebenso wie auf Reisen.

Über Aufbruch und Rückkehr: „Dabei entsteht eine Übersetzung, die jeder Reisende leisten muss: das Fremde in eigene Begriffe fassen, dem Erlebten einen Sinn geben und ihn mit anderen teilen.“

Zum Wohle des Reisenden selbst wie der Daheimgebliebenen.