Der lachende Alte

Kennst du Ernst Barlachs „Lachende Alte“? Ich sehe sie vor mir, wie sie auf den Unterschenkeln hockt, wie ihre Hände die Knie umfassen. Den Kopf hat sie weit in den Nacken gelegt. Sie lacht und lacht. Hemmungslos. Man meint zu sehen, wie sie schaukelt, wie die Tränen aus ihren Augen spritzen. Ich liebe diese Plastik des Künstlers Ernst Barlach, seit ich sie vor vielen Jahren zum ersten Mal sah. Als er sie schuf, gab es weiß Gott nichts zu lachen. Du findest einen Bronzeguss von 1938 im Ernst-Barlach-Haus im Hamburger Jenischpark. Erst jetzt habe ich entdeckt, dass in dem Landschaftsgarten an der Elbe auch ein lachender Alter wohnt.

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Begegnungen

IMG_0957In einem großen Raum stand eine schöne Frau ganz in Blau. Sie hatte die Augen geschlossen. Aus ihrem Rock schaute ein Kaninchen. „Was wollen denn all die Leute hier?“ wunderte sich das Kaninchen.

IMG_0974Zwei Räume weiter entdeckte ich eine andere schöne Frau. Auch sie hatte die Augen geschlossen. Es sah aus, als machte sie gerade Sport. Besonders bequem wirkte das nicht. Und es ist auch nicht bequem: Ich habe zu Hause ausprobiert, die Füße hinter dem Rücken zu falten.

Wahrscheinlich ist das Kunst.

P.S. Ich weiß nicht, wo die schönen Frauen gerade sind. Vor einer Weile sah ich sie im Groninger Museum und jetzt wieder beim Kruscheln in alten Bildern.