Neblige Aussichten

p1160283Immer öfter wanderte die Prinzessin inzwischen im Tal am Fluss entlang. Das war auch schön, vor allem, weil selbst der flache Fluss noch ordentlich Fahrt hatte. Hui, wie das rauschte, wie das Wasser zwischen den Steinen gluckerte und murmelte!

p1160306Aber ein bisschen ermüdend fand die Prinzessin, die im Grunde ihres Herzens eher eine Pfadfinderin war, die breiten ebenen Wege doch. Und so freute sie sich jedes Mal, wenn es wieder bergauf ging.

p1160289Einmal kam sie dabei zu einem herrlichen Wasserfall. Ganz vorsichtig näherte sie sich und steckte die Hand ins Wasser. Brrr, war das kalt!

p1160299Und dieser Bach sollte Jahr für Jahr an St. Martin versiegen, um erst an St. Georg wieder aus der Felsengrotte zu sprudeln? Die Prinzessin mochte das kaum glauben. Ein Drache sollte dabei seine Hand im Spiel haben, hieß es. Andere sprachen von einem unterirdischen See, der nach der Schneeschmelze überläuft und den Wasserfall bis in den Spätherbst speist. Da glaubte die Prinzessin doch eher an den Drachen.

p1160330Ein anderes Mal, als sie extra einen Umweg über einen Berg machte, um von oben auf den Fluss zu schauen, stand sie plötzlich vor einem wundersamen Tor. Vorsichtig bewegte sie den Griff, öffnete die Tür und sah – Nebel und Wolken. Oje, dachte die Prinzessin, ganz besonders, nachdem sie gelesen hatte, dass das Tor den Übergang in eine mystische, erhabene Welt und zu einem Leben nach eigenen Werten und Visionen symbolisieren sollte. Da musste sie wohl nochmal wiederkommen, an einem klareren Tag…

p1160412Weil sie gelegentlich Spaß an Übertreibungen hatte, fuhr die Prinzessin anderntags mit der Seilbahn auf einen noch höheren Berg. Immerhin hatte sie kein bisschen Höhenangst.