Buddhas Bauch

„Happy Buddha! Happy Buddha!“ Die kleinen zarten Dao-Frauen im nordvietnamesischen Hochland wollten sich schier ausschütten vor Lachen. Feixend machten sie einander auf den großen Mann im roten T-Shirt aufmerksam. Der kramte gelassen weiter in seinem Rucksack. Als erfahrener Asien-Reisender war er es gewohnt, mit seiner Statur Aufmerksamkeit zu erregen. Nur über den Bauch streichen lassen wollte er sich partout nicht. Dabei kommt es genau darauf an…

Im alten China, vor mehr als tausend Jahren, war der „Laughing Buddha“ ein berühmter Mönch. Mit einem Lächeln auf den Lippen reiste er durchs Land und rief bei allen, denen er begegnete, Freude und Glück hervor. Schon seit Jahrhunderten ist es Brauch, einer Happy-Buddha-Figur über den Bauch zu streichen. Das bringt Glück und Erfolg. Probier es nur aus! Für das Prachtexemplar auf dem Foto unten musst du nicht einmal nach Asien reisen. Du findest es im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen.

Komm gut ins neue Jahr!

 

Erinnerungen an Hoi An

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An der Japanischen Brücke, einer der wenigen noch erhaltenen überdachten Brücken im Land, halten ein paar Jungs ihre Angeln ins Wasser.

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Eine Frau baut eine mobile Garküche auf, eine andere bietet vom Boot aus Ingwer und Räucherstäbchen zum Verkauf an.

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Nur eine schmale Straße trennt die Altstadt vom Fluss. Hölzerne Fischerboote ankern unmittelbar vor den gelben Häusern, an deren Fassaden regelmäßige Überschwemmungen deutliche Schimmelspuren hinterlassen haben.

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Wir schauen uns in dem nur ein paar Meter breiten, dafür aber um so tieferen „Pfandleiherhaus“ um. Zweimal im Jahr, wenn der Thu Bon River über die Ufer tritt und den Markt und die angrenzenden Straßen meterhoch unter Wasser setzt, tragen seine Bewohner stoisch die schweren alten Holzmöbel in den ersten Stock hinauf.

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Als wir das Gebäude auf der Flussseite verlassen, registriere ich, dass ein Teil der Straße, über die wir noch am Vorabend gebummelt sind, auch jetzt überflutet ist.

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Eine Radfahrerin mit rosa Mundschutz zieht unbeirrt ihre Bahn durch das Nass…

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Nein, Überschwemmungen sind  nichts Ungewöhnliches in der vietnamesischen Hafenstadt Hoi An, die ich vor ein paar Jahren kennen lernte. Aber so schlimm wie in den vergangenen Tagen war es lange nicht mehr. Die Pegel der Flüsse in Zentralvietnam stiegen in Folge sintflutartiger Regenfälle auf ungeahnte Höhen. Mehr als zwei Dutzend Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden evakuiert, 100.000 Häuser stehen unter Wasser. Ich bin sehr froh, dass das Hochwasser mittlerweile zurückgeht, wenn auch langsam.