Berlin-Schnipsel (4)

Manchmal scheint, beinahe überraschend, für einen Moment die Zeit still zu stehen:

P1050678wenn die Oberbaumbrücke in spätherbstliches Gegenlicht getaucht ist zum Beispiel,

P1050679wenn auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Grabsteine mit Birken verschmelzen,

P1050718P1050729wenn zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals gerade einmal niemand Verstecken spielt

P1050733und sich auch auf dem Gendarmenmarkt die allgegenwärtigen Unterschriftensammler trollen.

P1050572Mit diesen Impressionen endet meine kleine Berlin-Reihe. Eine schöne neue Woche euch allen!

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15 Kommentare zu “Berlin-Schnipsel (4)

  1. eigentlich schade, liebe Maren, ich bin dir gerne durch meine alte Stadt gefolgt- die Oberbaumbrücke war lange meine Nachbarin und einst, lang ists her, bauten wir Hütten und Zelte auf ihr, weil wir nicht wollten, dass Autos über sie rollen sollten, eine der vielen Kämpfe, die verloren wurden. Es waren 2 wunderbar bunte Wochen …
    Ja, manchmal steht sogar diese Stadt still, kleine Momente, die du wunderbar eingefangen hast. Ich danke dir für deine Berlinschnipsel = grosse Freude!

    herzliche Abendgrüsse
    Ulli

    • Wie schön, dass die Bilder Erinnerungen an zwei wunderbar bunte Wochen in deinem Leben hochgespült haben, liebe Ulli! Zu gern würde ich dir jetzt zuhören, wie du Geschichten aus dem Brückencamp erzählst… Liebe Grüße!

  2. Ich danke Ihnen für die schöne Tetralogie – es war mir eine Freude, mit Ihren Augen Berliner Schnipsel zu sehen, die durch die trefflichen Kommentare noch beeindruckender wirkten.
    Montagmorgendlichgraunovembrige Grüsse aus dem prima Bembelland

    • Da schließe ich mich an. Danke für die Berliner Tetralogie! Da wäre ich bereitwillig noch ein Stück weiter mitgegangen. Der Zauber der Gegensonne ließ mich an die Nachtsonne der Romantik denken. Von der hatte ich nach der Novalis-Lektüre einmal geträumt. Das war sehr eindrücklich, nur schade, dass diese „Erkenntnis“ so schwer in die Realität integrierbar war.

      • Es gibt immer einen nächsten Spaziergang… 😉 Danke fürs Mitgehen!
        Gegenlicht verleiht einer Szene tatsächlich leicht so etwas Mondbeschienen-Surreales. Ich weiß nicht, ob du das im Sinn hattest. Von Novalis kenne ich nur diesen Text:
        „Wer Schmetterlinge lachen hört, / der weiß, wie Wolken schmecken. / Der wird im Mondschein, ungestört / von Furcht die Nacht entdecken. …“

      • Diesen Novalis kannte ich wiederum nicht. Es gibt nicht nur immer einen nächsten Spaziergang, sondern auch einen neuen Text. Freue mich auf beides von dir. 😉

    • Sehr gern, Herr Ärmel! Es war m i r ein Vergnügen, meine Eindrücke zu teilen und auf so viel Resonanz zu treffen. Bereits untergegangene, aber endlich wieder sonnige Grüße aus dem Norden!

  3. hm, eigentlich ein feiner luxus, dem eigenen kiez als schnipsel wieder zu begegnen. und den eigenen blick durch ganz andere augen. vielen dank! was die bäume angeht, das braucht wohl noch was zeit. wie bäume so sind… grüße in den norden!

    • Haha, wer könnte einer so charmanten Erinnerung widerstehen! Und siehe da, plötzlich wachsen nicht nur die Bäume, sondern auch allerlei Wiesenkräuter mit den putzigsten Namen… Ich vermute mal, (auch) in Berlin kann man lange danach suchen. Danke für dein Interesse am fremden Blick auf das Eigene und einen schönen Abend!

  4. Liebe Maren,
    sehr sehr schöne Bilder, die die Orte, die ich fast alle schon einmal selber begangen habe in s/w in einem ganz neuen Licht (sic!) erscheinen lassen.

    Besonders die Oberbaumbrücke, über die wir immer kommen, wenn wir unsere Tochter besuchen, mag ich sehr. Sie hat auf Deinem Bild etwas ganz Besonderes. Ich glaube, das liegt an dem schönen Spiel mit dem Wasser.

    Das erste Stelenbild mag ich auch sehr, dieser eine verlorene Mensch in diesem seltsam toten Raum (oder vielleicht: Nicht-Raum) drückt für mich sehr viel Verlorenheit aus. Passt.

    Danke dafür und liebe Grüsse,
    Kai

    • Lieber Kai, wie schön, dass dich die Oberbaumbrücke an Besuche bei der Tochter erinnert! Und mir führt dein feiner Kommentar (wieder einmal) das Wesen der Fotografie vor Augen: ein vielleicht ganz kurzer Moment, der plötzlich Ewigkeit erlangt. Ja, für einen Wimpenschlag kehrte auf der Oberbaumbrücke, gegenbelichtet und wassernah, fast unnatürliche Ruhe ein, bevor der Verkehr wieder darüber hin brauste. Und der einzelne Mensch, der in all dem geschäftigen Treiben zwischen den Stelen einfach ein klein wenig mehr bei sich und dem Ort zu sein schien als die vielen anderen, bekommt tatsächlich etwas Verlorenes. Einen herzlichen Gruß zurück zu dir!

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