Allerlei Lachen

„Mama, ich hab dich lieb“, rief die Kleine, den Oberkörper auf dem Fahrrad leicht nach hinten gedreht. „Ich dich auch“, antwortete eine der Frauen, schon halb wieder den Freundinnen in der Kinderwagen-Phalanx zugewandt. „Was willst du?“ Ein paar Meter weiter radelte die Kleine dem Begleithund in die Hinterpfoten. Verlegen kichernd drehte sie sich zu den Frauen um. „Fräuleinchen“, rief, sichtlich erbost, die Mutter. „Was war das denn? Den Hund anzufahren ist das eine. Aber dann auch noch zu lachen!“ Die Kleine konnte gar nicht mehr aufhören damit.

*

Auf der Bank vor der Apotheke saß wie so oft der Mann mit dem Stoffhund im Arm und verschenkte freigebig das wahrscheinlich schönste Lächeln im Stadtteil.

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11 Kommentare zu “Allerlei Lachen

  1. Wir haben hier einen Weg für Fussgänger und Radfahrer zwischen den Häusern (ich nenne ihn Hohlweg) hier hört man sehr oft den Dialog K: Mamma /Pappa schau mal, M/P: Schau nach vorne!

    • Ein Dialog, der mir zu dem Namen zu passen scheint, den du dem Weg gegeben hast – bei allem gebührenden Verständnis für den Versuch der Eltern natürlich, den Nachwuchs allererst einmal am Leben zu erhalten. 😉

    • Ein feiner Plan, Achim! Ich male mir gerade aus, wie du viele Tage durch deine Stadt streifst und – selbst ein Lächeln auf den Lippen – schönen und schönsten Lächeln (gibt es das überhaupt im Plural?) begegnest… 🙂

  2. Das schönste Lächeln im Stadtteil – ich musste sofort an die „grundlose“ Menschenfreundlichkeit von Elwood P. Dowd in „Mein Freund Harvey“ mit James Stewart denken. Und ja – ein freundliches Lächeln ist so „uncool“, so gegen den Trend des Ironischen, Besserwisserischen, aufgeregten Rechthabenwollens. Danke für diese Impressionen.

    • Ja, es geht ein großer Zauber aus von Menschen, die ganz ohne Arg sind. Das empfinde ich auch so, Anna. Deine Verbindung zu Elwood und seinem Freund Harvey gefällt mir sehr. Als Dritter in diesem Bund der unbeirrbar Freundlichen kommt mir gerade Forrest Gump in den Sinn – und die These, dass Klugheit womöglich überbewertet wird.

      • Oh , Forrest Gump passt prima 🙂 , und unbeirrbar Freundliche sind so selten anzutreffen. Viel, viel seltener als all die Klugen und sich für klug Haltenden.

  3. Da sitzt er ja richtig, liebe Maren! Wieso hab‘ ich den noch nie entdeckt? Vielleicht weil ich schon hundert Jahre in keiner Apotheke mehr war. Aber wenn ich das nächste Mal Medizin brauche, dann werd‘ ich nach ihm suchen.
    Und die Radlertruppe … die brauchen wohl eher schon ein paasr Infusionen. Das geht nur stationär. Was muss der Hund von uns Menschen denken? Peinlich.
    🙂 Gruß aus dem Stadtteil in den selben,
    Michael

    • Der Hund, lieber Michael, der denkt nicht. Er bringt seine Haxen in Sicherheit. 😉 Und den Mann triffst du auf der Bank vor der Apotheke oder an einem anderen Ort. Oder du triffst eine(n) andere(n) an diesem oder einem anderen Ort. Aber das weißt du ja. 🙂

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